Seitdem die Lücke zwischen der gesetzlichen Pflegeversicherung und den tatsächlichen Kosten einer Pflegebedürftigkeit auf einem derart hohen Niveau ist, ist es für Arbeitnehmer, ganz gleich welchen Alters, immer unerlässlicher, privat vorzusorgen.

Dabei gibt es unterschiedliche Arten von Pflegeversicherungen. Die bekannteste und zugleich jene, von der in den meisten Fällen die Rede ist, ist die soziale Pflegeversicherung, die in Deutschland im Jahr 1995 gesetzlich verpflichtend wurde.

Pflegetagegeldversicherung

Bei der Pflegetagegeldversicherung handelt es sich – im Gegensatz zur gesetzlich verpflichtenden sozialen Pflegeversicherung – um eine private Form der Pflegevorsorge. Dabei wird bei Nachweis der Bedürftigkeit einer Pflege (gemessen in unterschiedlichen Pflegestufen) das bei Vertragsbeginn vereinbarte Pflegetagegeld ausgezahlt. Die Absicherungshöhe einer Pflegetagegeldversicherung können Sie je Pflegestufe frei wählen. So sind zum Beispiel folgende Kombinationen möglich. Variante Pflegestufe 0 Pflegestufe 1 Pflegestufe 2 Pflegestufe 3 1 300,-€ 600,-€ 900,-€ 1500,-€ 2 150,-€ 900,-€ 900,-€ 900,-€. Bei der Pflegetagegeldversicherung ist unbedingt zu beachten, dass jüngere Versicherte deutlich weniger zahlen. Das bedeutet, es ist besonders attraktiv, schon möglichst früh, am besten beim Einstieg ins Arbeitsleben, mit der privaten Vorsorge zu beginnen. Jüngere Versicherte bekommen die gleiche Versicherungsprämie, zahlen aber bei der Pflegetagegeldversicherung deutlich geringere Beiträge.

Pflegezusatzversicherung staatlich gefördert

Zum Jahr 2013 wurde eine Pflegezusatzversicherung, eine Erweiterung zur Pflegetagegeldversicherung, eingeführt. Der Name leitet sich aus der maßgeblichen Beteiligung an der Konzeption durch unseren Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) ab. Demnach können seit 2013 Pflegetagegeldversicherungen mit fünf Euro je Monat bezuschusst werden. Die höchstmögliche Auszahlungsrate im Pflegefall liegt bei einem Satz von 150 Euro im Monat. Zudem ist die Pflegetagegeldversicherung-Police an einige Mindestleistung gebunden.

Aufstockung der teilweisen gesetzlichen Kostenübernahme

Bei der Pflegetagegeldversicherung handelt es sich nicht, wie vielfach angenommen, um die staatliche Pflegeversicherung, sondern lediglich um eine staatlich subventionierte Form der Pflegeversicherung. Dies bringt zwei entscheidende Vorteile mit sich: Zum einen bekommen Sie bei einem bestimmten eigenen Mindestbeitrag einen staatlichen Zuschuss von fünf Euro je eingezahltem Monat, und es handelt sich bei der Pflegetagegeldversicherung um eine private Vorsorge, das bedeutet Sie ist in aller Regel von der Steuer absetzbar. Weiterhin gilt: Der Staat wird nur einen bestimmten Teil der Kosten im Pflegefall tragen, somit ist der Abschluss einer zusätzliche privaten Vorsorge sicherlich ratsam.

Seit diesem Jahr gibt es die neue staatliche Förderung zur privaten Pflegeversicherung die Pflege Bahr.

Die staatliche Förderung “Pflege Bahr”

Pflege Bahr ist eine staatliche Förderung für die Private Pflegeversicherung. Die Förderung wurde vom Bundesfinanzminister Bahr durchgesetzt und sie ist angelehnt an das System der Riester Förderung. Die Förderung soll die private Pflegeversicherung attraktiver gestalten, damit sich immer mehr Menschen privat Pflege versichern, ähnlich wie dies viele Deutsche auch bei Renten machen. Erste angebotene Tarife gibt es seit Anfang 2013.

Warum bietet der Staat die Förderung an?

Der deutsche Staat möchte, dass seine Bürger besser abgesichert sind. Wird Jemand zum Pflegefall soll dieser besser versorgt werden können. Außerdem möchte der Staat die Bürger zu einem Abschluss einer geförderten privaten Pflegetagegeld-Versicherung animieren. Es gibt derzeit etwa 1,8 Millionen Deutsche mit einer Pflegeversicherung, das möchte der Staat durch die Förderung ändern. Dies ist vor allem nötig, weil die Kosten zur Pflege immer weiter steigen und kaum ein Pflegefall die Kosten aus eigenem Einkommen finanzieren kann.

So bekommen Sie die Förderung

Es gibt fast keine Vorraussetzungen für die Förderung “Pflege Bahr”. Man muss lediglich 18 Jahre alt sein. Nicht mal eine Gesundheitsprüfung ist nötig. Man muss monatlich mindestens 10€ einzahlen in die Versicherung um die monatliche Förderung von 5€ zu bekommen. Die angebotenen Tarife sind mit einer Wartezeit ausgestattet von bis zu 5 Jahren (ab Versicherungsbeginn), nach dieser zeit wird erst ein Leistungsanspruch möglich. Die maximale jährliche Förderung liegt bei 60€.

Fazit

Eine staatliche Förderung sollte man sich immer ansehen, schließlich kann man damit vielleicht viel Geld sparen. Hier ist es so, dass man sich den angebotenen Tarif genau ansehen sollte, nicht immer macht es Sinn. Viele Experten raten von einem “Pflege Bahr” Tarif ab und sind sogar der Meinung das diese ehr der Versicherungswirtschaft dienen. Auch bei Stiftung Warentest fallen die Ergebnisse ehr bescheiden aus.

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